Grußwort Erwin Aljukic: „Träume nicht dein Leben, lebe Deine Träume“

„Oft werde ich von Leuten oder der Presse nach meinem Lebensmotto gefragt. Dann antworte ich: „ träume nicht Dein Leben, lebe Deine Träume“.

Klingt vielleicht abgedroschen, altklug, unspektakulär…?!?! Ist aber gar nicht so einfach, wie gedacht!

Jeder von uns hat Träume – man wünscht sich etwas, was man jetzt gerade in dem Moment nicht hat. Sonst wären es ja keine Träume! Damit man aber weiß, was man gerne hätte, was einem gut tun würde und was man bräuchte, muss man sich zuerst einmal selber kennen. Kein Problem soweit, oder?

Und dann kommt der Haken: „Trauen mir die Leute das zu? Traue ich mir das selbst zu? Wie erreiche ich dieses Ziel? Bin ich gut genug für das, den oder die? Sehen oder erkennen die anderen überhaupt, dass ich das könnte, dass ich gut genug oder sogar optimal wäre für den Job, jenes Praktikum, jenen Mann oder diese Frau?“.

Und da haben wir den Salat: oftmals sehen uns die anderen, sieht uns die Gesellschaft nicht so, wie wir uns selber sehen. Dann bekommen wir die Hindernisse in den Weg gestellt oder jene Chancen nicht geboten aufgrund dessen, dass wir vielleicht dunkelhäutig sind, nicht so gut Deutsch sprechen, im Rollstuhl sitzen, nicht hören können, als gläubige Muslima ein Kopftuch tragen, aus einem nicht so schickem Stadtteil kommen oder als Junge auf Jungs stehen…

Schon ist da ein Stempel drauf! Und das war’s!

 Dass aber das Leben unglaublich bunt und spannend sein kann, wenn wir so sind, wie wir gerne wären und wie wir wirklich fühlen, dass wir damit unser eigenes Leben und das der anderen bereichern können – davon muss man viele Menschen zuerst einmal überzeugen. Das kostet Kraft, Mut – und man muss vor allem seine Ängste überwinden.

 Das ist nicht leicht, ich weiß das selber. Trotz dessen aber, dass ich Sohn bosnischer Gastarbeiter bin und als Kind fast gar kein Deutsch sprach, trotz dessen, dass man mir in der Sonderschule für Körperbehinderte gesagt hatte, ich könnte in der nicht- behinderten Welt später nicht zurechtkommen, trotz dessen, dass man mir als Jugendlicher sagte, ich könne niemals Modedesign studieren – trotz dessen bin ich heute Dipl. Modejournalist und einer der bekanntesten Schauspieler mit einer Körperbehinderung in Deutschland…

 Ich weiß, dass man es schaffen kann, denn heute lebe ich ein Leben, das meine kühnsten Träume übertrifft! Das bunt, abwechslungsreich, spannend, interessant und vielfältig ist.

 Und Du, Du kannst das auch. Deshalb bin ich Buntstifter!

 P.S.: klingt das Lebensmotto „träume nicht Dein Leben, lebe Deine Träume“ jetzt immer noch langweilig…?!? ;-)